Kinderschutz (Kopie 1)

Sexualisierte Gewalt im Sport ist Realität, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in Mecklenburg-Vorpommern. Neben schweren Formen von Gewalt (wie Vergewaltigungen) gibt es viele andere Formen der Machtausübung durch Sexualität.

Unangemessene Berührungen oder Verletzen des Körpers mit sexuellem Hintergrund sind nur zwei Beispiele einer recht großen Palette der Formen der Machtausübung, oft treten sie in Kombination mit emotionaler Gewalt auf (z.B. Bedrohung, Erpressung). Aber auch ohne unmittelbaren Körperkontakt können Grenzen überschritten werden (z.B. durch Zeigen pornografischer Inhalte, Entblößen).

Die Studie »Safe Sport« – Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisierten Sport in Deutschland hat unter knapp 1800 Kadersportler*innen aus 57 Sportverbänden festgestellt, dass ein Drittel der über 16-jährigen Befragten sexualisierte Gewalt im Sport erlebt bzw. erlebt hat. Jede:r neunte Befragte sogar in schwerer Form und/oder über einen längeren Zeitraum.

Für Menschen mit Tendenzen zu derartig grenzüberschreitendem Verhalten sind Orte attraktiv, die sich nicht mit dem Thema auseinandersetzen und bei denen es Hierarchien in den Strukturen gibt. Auf den Fußball trifft vor allem Letzteres stark zu. In den Nachwuchsteams gibt es zahlreiche junge Spieler:innen, die bereit sind, viel für ihre sportliche Karriere zu geben. Oder sie können gute von schlechten Geheimnissen nicht voneinander trennen. Hinzu kommen Spieler:innen, die keine Vertrauensperson kennen oder finden und die einfach nur Fußball spielen wollen. 

Klar ist, dass das Risiko für alle Formen sexualisierter Gewalt wesentlich geringer ist, wenn in den Vereinen eine "Kultur des Hinsehens und der Beteiligung" gelebt wird.

Der Landesfußballverband hat gewisse Kapazitäten, die Vereine im Prozess des Kinderschutzes zu unterstützen. Hierzu gehört die Vermittlung von Referent:innen, deren Hilfe dem Bedarf der Vereine entspricht. Diese können im Verein erklären, was Schutzkonzepte und Verhaltenskodexe sind, wie man sie aufstellt, können Vorträge halten und Workshops durchführen.

In dringenden (Verdachts-)Fällen raten wir jedochm die Kinderschutz-Hotline MV zu kontaktieren. Die geht auch anonym. Tel.: 0800/1414007

Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Kopernikusstraße 17a
18057 Rostock

Tel.: 0381 / 12855-0
Fax: 0381 / 12855-22
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